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Im Hamburger Warburg-Haus wird der vom Kunsthistoriker Martin Warnke begründete Bildindex zur Politischen Ikonographie (BPI) bewahrt, der nun hier in einer Online-Datenbank zugänglich ist. Der BPI versammelt Bild- und Textbelege zum politischen Bildgebrauch von der Antike bis in die jüngste Vergangenheit. Ursprünglich als privater Forschungsapparat angelegt, besteht die Sammlung heute aus etwa 180.000 Karteikarten mit aufmontierten Reproduktionen von Kunstwerken und anderen Bildbelegen sowie aus zusätzlichem Material, beispielsweise Postkarten, Zeitungsausschnitten und Literaturhinweisen, vor Ort ergänzt von einer angegliederten Forschungsbibliothek. Die Karten sind nach dargestellten Themen ikonografisch geordnet und durch eine alphabetische Systematik von etwa 1.000 Schlagworten erschlossen. Der BPI ermöglicht es, die in ihm dokumentierten Motive über lange Zeiten, verschiedene geografische Räume und gesellschaftliche Kontexte hinweg zu vergleichen. Eine solche Zusammenschau offenbart jedoch nicht nur die Kontinuitäten von bestimmten Motiven und Darstellungsstrategien, sondern zeigt auch den teils gravierenden Bedeutungswandel, den einige ikonografische Formeln mit den Jahren erfahren haben.

Seit 2020 arbeitete das Warburg-Haus gemeinsam mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena und dem digiCULT-Verbund in Kiel an der Digitalisierung des BPI, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des LIS-Förderprogramms zur Erschließung und Digitalisierung herausragender und überregional bedeutender Bestände gefördert wurde. Die Agentur für Webanwendungen Justorange in Jena hat in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Büro für Gestaltung André und Krogel das Webportal der Datenbank aufgesetzt.

Digital zur Verfügung gestellt werden in dieser ersten, im Dezember 2024 publizierten Version des digitalen BPI die Digitalisate von allen Karteikarten des analogen Bildindexes mitsamt der ihnen zugehörigen Numerierung und einer Zuordnung zur jeweiligen Gattung des abgebildeten oder genannten Werks. BPI-Systematik und Gattung sind daher für den gesamten Bestand kontrolliert abfragbar. In der ersten Projektphase wurden in den Kategorien Abzeichen (3) bis Demokratie/Parlament (95/20) die Titel mit den Namen von Künstlerinnen und Künstlern, Datierungen und Werkstandorte sowie Bildträger erfasst (ca. 21.500 Datensätze); in den Kategorien Abzeichen (3) bis Familie/Herrscherfamilien (130/20) wurden dargestellte Personen verzeichnet (ca. 8.300 Datensätze), im Sonderbestand Notgeldalben dargestellte Orte aufgeführt (ca. 500 Datensätze). In diesen Teilbereichen der BPI-Systematik kann bereits eine Volltextsuche sowie eine Suche in kontrollierten Vokabularen zu Urhebern beziehungsweise Personen und Orten ergiebig durchgeführt werden.

Der BPI ist in der von Martin Warnke und der Forschungsstelle Politische Ikonographie analog hinterlassenen Form somit vollständig online verfügbar, auch wenn bislang nur Teilbereiche mit weiterführenden Metadaten versehen wurden. Diese noch eingeschränkte digitale Erschließung ist von den Nutzern bei ihren Recherchen zu berücksichtigen. Perspektivisch wird angestrebt, den Bestand systematisch mit weiteren Daten anzureichern, um so ein vollständiges Abfragen relevanter Inhalte zu ermöglichen.



KONTAKT

Warburg-Haus
Heilwigstr. 116
20249 Hamburg

Eva Landmann
Tel.: +49 40 42838-6148
eva.landmann(at)uni-hamburg.de